Warum Counter-UAS-Technologie wichtig ist

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Ende September und Anfang Oktober 2025 wurde deutlich, wie anfällig der europäische Luftraum nach wie vor ist. Diese Vorfälle zeigen uns nun, wie wichtig das Thema Gegenmassnahmen gegen UAS geworden ist. Die Sicherheitslage in Europa verändert sich, da unbemannte Flugsysteme (UAS) immer fortschrittlicher und leichter zu beschaffen sind. Infolgedessen wächst das Interesse an Systemen, die dazu dienen, unerwünschte Drohnen zu erkennen, zu verfolgen und gegebenenfalls zu neutralisieren.

Ein Weckruf für die Sicherheit des europäischen Luftraums

Alles begann in Dänemark, wo eine Reihe mysteriöser Drohnensichtungen mehrere Flughäfen und sogar Militärstützpunkte zur Schliessung oder Einschränkung des Betriebs zwangen. In Deutschland musste der Flughafen München über Nacht geschlossen werden, nachdem mehrere Drohnensichtungen den Flugverkehr erheblich gestört hatten. Dadurch konnten tausende Reisende nicht weiterreisen, und zugleich entstanden neue Bedenken hinsichtlich der Sicherheit des Luftraums.

Die Details hinter diesen Vorfällen sind noch unklar, da sich bisher niemand dazu bekannt hat und die Behörden noch dabei sind, die Ereignisse zu rekonstruieren. Dies zeigt jedoch auch eine beunruhigende neue Realität, in der feindliche oder nicht identifizierte Drohnen innerhalb von Minuten die nationale Infrastruktur lahmlegen können.

Die dänischen Drohnenvorfälle – September 2025

Zwischen dem 22. und 28. September kam es in Dänemark zu einer Reihe mysteriöser Drohnensichtungen über zivilen Flughäfen und Militärstützpunkten. Die meisten traten am Abend oder in der Nacht auf und verursachten erhebliche Störungen. Der erste bedeutende Vorfall ereignete sich, als zwei oder drei grosse Drohnen in den kontrollierten Luftraum des Flughafens Kopenhagen eindrangen und dieser daraufhin für fast vier Stunden geschlossen werden musste.

Ähnliche Berichte folgten bald darauf aus Aalborg, Esbjerg, Sønderborg und dem Luftwaffenstützpunkt Skrydstrup, wo die dänischen F-16- und F-35-Kampfflugzeuge stationiert sind. Die Behörden erhöhten die nationale Alarmstufe auf die höchste Stufe, wobei die nationale Einsatzleitung (NOST) die Reaktion koordinierte. Das dänische Verteidigungskommando unterstützte die Abwehrmassnahmen ebenfalls, wenn auch ohne genauere Angaben zum Umfang. Parallel dazu erhöhte die NATO ihre Überwachung im Baltikum und schickte die Luftverteidigungsfregatte FGS Hamburg, um die regionale Sicherheit weiter zu stärken.

Störung am Flughafen München – Oktober 2025

Nur wenige Tage später, in der Nacht zum 2. Oktober, wurden Berichten zufolge mehrere Drohnen über dem Flughafen München gesichtet. Die Behörden setzten den gesamten Flugbetrieb bis zum frühen Morgen aus, strichen 17 Abflüge und leiteten 15 ankommende Flüge um. Davon waren rund 3.000 Passagiere betroffen. Trotz intensiver Suche – unter anderem mit einem Polizeihubschrauber – wurden keine Drohnen gefunden oder abgefangen.

Ein geheimer deutscher Bericht deutete später darauf hin, dass es sich nicht um Hobby-Drohnen handelte, sondern um hochentwickelte militärische Aufklärungsflugzeuge. Dies deutet auf eine fortgeschrittenere und gezielte Operation hin. Infolge des Vorfalls haben deutsche Politiker neue Gesetze gefordert, die den Behörden klare Befugnisse zum Ausschalten oder Zerstören von Drohnen geben sollen.

Eine Drohne mit einer Kamera am Boden

Was gibt es an Counter-UAS-Technologie?

Counter-UAS-Systeme (oder Drohnenabwehrsysteme) sind keine Einzelgeräte, sondern mehrschichtige Netzwerke, die zusammenarbeiten, um unerwünschte Drohnen zu erkennen, zu identifizieren und unschädlich zu machen. Sie sind ein Ökosystem aus Sensoren und Werkzeugen, von denen jedes eine bestimmte Aufgabe hat und die zusammen einen Schutzschild über sensiblen Bereichen wie Flughäfen, Kraftwerken oder Militärstützpunkten bilden. Diese Systeme folgen in der Regel einem dreistufigen Ansatz: Erkennung, Identifizierung und Neutralisierung.

Erkennung und Verfolgung

Der erste und wichtigste Schritt bei der Abwehr von UAS besteht darin, überhaupt zu wissen, dass eine Drohne vorhanden ist. Da kleine UAVs oft aus leichten Materialien bestehen und niedrig oder langsam fliegen, können sie herkömmliche Radarsysteme leicht umgehen. Moderne Erkennungsnetzwerke kombinieren mehrere sich ergänzende Werkzeuge, um sie frühzeitig und genau zu erkennen:

  • Radar, das auf kleine, schwer sichtbare Objekte eingestellt ist.
  • Elektrooptische und Infrarotkameras (EO/IR), die eine visuelle Bestätigung liefern.
  • Akustische Sensoren, die die einzigartige Geräuschsignatur von Propellern erkennen.
  • Radiofrequenz-Scanner (RF), die nach Steuerungs- oder Datensignalen zwischen Drohnen und ihren Betreibern suchen.

Identifizierung und Klassifizierung

Sobald eine Drohne erkannt wird, muss das System entscheiden, ob sie eine Bedrohung darstellt. Der Identifizierungsprozess erfolgt durch Sensorfusion, bei der Radar-, Kamera- und RF-Daten kombiniert werden, um ein klares Bild davon zu erstellen, was sich in der Luft befindet. KI und maschinelles Lernen werden zunehmend eingesetzt, um Flugmuster zu analysieren, zwischen freundlichem und feindlichem Verhalten zu unterscheiden und verschiedene Drohnenmodelle zuverlässig zu identifizieren.

Abwehr und Abfangen

Sobald eine Drohne als echte Bedrohung identifiziert wurde, besteht der nächste Schritt darin, sie sicher und effektiv zu stoppen. Diese Phase ist oft die anspruchsvollste, da schnell, kontrolliert und unter Einhaltung der lokalen Gesetze gehandelt werden muss. Je nach Umgebung und je nachdem, ob es sich um einen Flughafen, einen Veranstaltungsort oder eine kritische Einrichtung handelt, können die Betreiber aus einer Reihe von Gegenmassnahmen wählen, die darauf abzielen, die Drohne zu stören, zu täuschen oder physisch ausser Gefecht zu setzen:

  • Durch Störsignale oder Signalunterbrechungen wird die Verbindung zwischen der Drohne und ihrem Piloten unterbrochen.
  • Durch Spoofing werden der Drohne falsche Daten zugeführt, die sie zur Landung oder zur Rückkehr zu ihrem Startpunkt veranlassen.
  • Kinetische Methoden wie Netze, Abfanggeräte oder gerichtete Energiesysteme setzen das Fluggerät physisch ausser Gefecht.
  • Abfangdrohnen können ebenfalls eingesetzt werden, um den Eindringling in der Luft zu verfolgen, zu fangen oder zu neutralisieren.

Befehl, Kontrolle und Integration

All diese Technologien kommen in einer sogenannten Befehls- und Kontrollplattform (C2) zusammen, dem zentralen „Gehirn“ eines Anti-UAS-Netzwerks. Von hier aus können die Bediener den Luftraum überwachen, Bedrohungen bewerten und in Echtzeit über die beste Vorgehensweise entscheiden. Moderne C2-Systeme arbeiten nicht isoliert, da sie für die Verbindung mit bestehenden Flugverkehrsmanagement- und nationalen Verteidigungsnetzwerken ausgelegt sind.

Eine Drohne vor grauem Himmel

Die Zukunft des Luftraums liegt in der Integration

Angesichts der jüngsten Zunahme von Vorfällen im Zusammenhang mit Drohnen und der wachsenden Aufmerksamkeit der Behörden ist klar, dass die Zukunft der Luftraumsicherheit und der öffentlichen Sicherheit von einem vollständig integrierten, mehrschichtigen Ansatz zur Abwehr von UAS abhängt. Der Schutz von Flughäfen, Energieanlagen und anderen wichtigen Standorten erfordert Koordination, Fachwissen und intelligente Investitionen.

Die Verwaltung des Luftraums ist mit erheblichen Kosten verbunden, insbesondere wenn vorübergehende Sperrungen erforderlich sind. Auf Basis unserer langjährigen Erfahrung in Sicherheit und Gefahrenabwehr unterstützt UASolutions Organisationen, die Optionen zur Abwehr von UAS prüfen oder die wirksamsten Möglichkeiten zum Schutz ihres Luftraums evaluieren – sei es für Machbarkeitsstudien, Risikobewertungen oder Beschaffungsplanungen.

Was sind die nächsten Schritte?

Die Vorfälle in Dänemark und München sollten nicht als Einzelfälle betrachtet werden. Drohnenbedrohungen sind nicht mehr nur Theorie, sondern haben gezeigt, dass sie zu Störungen wichtiger Transport- und Verteidigungsoperationen in ganz Europa führen können. Massnahmen zur Abwehr von UAS sind für Regierungen, Flughäfen und Infrastrukturbetreiber zu einer strategischen Priorität geworden.

Wenn Sie einen Flughafen, einen Versorgungsdienstleister, eine Regierungsbehörde oder eine Sicherheitsorganisation vertreten und mehr über Ihre Gefährdung durch Drohnenrisiken erfahren möchten, kann UASolutions Ihnen helfen. Wir bieten Ihnen fachkundige Beratung zu Bedrohungsanalysen, Systemdesign und Integrationsplanung. Wenn Sie mehr erfahren oder ein vertrauliches Gespräch oder eine technische Überprüfung Ihrer Luftraumschwachstellen anfordern möchten, wenden Sie sich bitte an unser Team.